Vorlage · Mitarbeiter-Onboarding

Mitarbeiter-Onboarding als fertiges Rechenmodell

Die Vorlage liegt in FlowVisual bei: vier Schritte von der Zusage bis zum produktiven ersten Tag, mit Mengen, Spannen, Kapazitäten und Sätzen bereits eingetragen. Sie ist der Fall mit wenig Volumen und trotzdem hartem Engpass. 260 Eintritte im Jahr, und die IT-Einrichtung bindet den Prozess an 86 von 100 Tagen.

Schritte4
Anzupassen6 Zahlen
Aufwand20 Minuten
KennzeichnungBeispielmodell
Kurz gesagt

Die Vorlage Mitarbeiter-Onboarding bildet den Weg von der Zusage bis zum produktiven ersten Tag in vier Schritten ab: Vertrag und Stammdaten, IT-Zugänge einrichten, Arbeitsplatz und Hardware, Einarbeitungsplan. Sie ist auf 260 Eintritte im Jahr eingestellt, rund einer an einem Arbeitstag. Im Stresstest über 20 000 Läufe ist das Einrichten der IT-Zugänge in 86 % der Läufe der bindende Engpass, der Einarbeitungsplan in 13 %. Der Grund ist Arithmetik und kein Versäumnis: Die IT gibt dem Onboarding zweieinhalb Stunden ihres Tages, eine Einrichtung dauert im Mittel 110 Minuten, zwei Eintritte an einem Tag passen also nicht hinein. Die Durchlaufzeit liegt im Median bei 1,3 Arbeitstagen und am starken Tag (P90) bei 9,6.

Bearbeitungszeit

3,9h

Summe aller vier Schritte je Eintritt.

Durchlaufzeit P50 → P90

1,3 → 9,6Tage

Normaler Tag gegen starken Tag.

Engpass: IT-Zugänge

86%

Anteil der Läufe, in denen dieser Schritt bindet.

Vorlagen gesamt

6

Auftrag, Angebot, Rechnungsfreigabe, Reklamation, Onboarding, IT-Ticket.

01Modell

Was in der Vorlage steht

Die Zahlen stammen aus einem Beispielmodell, nicht aus einem Kundenmandat. Sie sind so gewählt, dass sie einem Dienstleister mit einigen hundert Beschäftigten entsprechen. Als Startpunkt, nicht als Referenz.

Eingang: 260 Eintritte im Jahr, also rund 1,05 an einem Arbeitstag, mit einer Tagesstreuung von 30 % und einem Spitzenfaktor von 1,4 an 6 % der Tage. Einstellungen kommen in Wellen, nicht im Takt.

SchrittRolleBearbeitungKapazitätLast ØLast am Spitzentag
01 Vertrag & StammdatenHR20–45 min6/Tag18 %26 %
02 IT-Zugänge einrichtenIT75–150 min1 Person × 2,5 h → 1,3/Tag86 %134 %
03 Arbeitsplatz & HardwareFacility30–70 min2,2/Tag49 %70 %
04 EinarbeitungsplanTeamleitung30–60 min1,8/Tag61 %87 %

Der entscheidende Befund. Ein Vorgang am Tag klingt nach einem Prozess, bei dem nichts eng werden kann. Die Rechnung sagt etwas anderes: Zweieinhalb Stunden mal 92 % Nutzgrad sind 138 Minuten; bei durchschnittlich 110 Minuten je Einrichtung sind das 1,3 Vorgänge am Tag gegen 1,05 ankommende. Das reicht, solange die Nachfrage eines Tages nicht über der Kapazität dieses Tages liegt. An 28 % der Tage liegt sie darüber, weil Zusagen sich häufen.

SchrittEngpasswahrscheinlichkeitTage über Kapazität
01 Vertrag & Stammdaten0 %0 %
02 IT-Zugänge einrichten86 %28 %
03 Arbeitsplatz & Hardware1 %1 %
04 Einarbeitungsplan13 %4 %

Die Spalte summiert sich auf 100 %: Je Lauf wird genau ein bindender Schritt gezählt, der mit der höchsten Auslastung an diesem Tag. „86 %“ heisst nicht „zu 86 % ausgelastet“. Diese Zahl steht daneben und liegt im Mittel ebenfalls bei 86 %, am starken Tag aber bei 134 %.

Kapazität ist nicht Anwesenheit. Die IT ist den ganzen Tag da. Für Onboarding hat sie zweieinhalb Stunden. Wer die Kopfzahl einträgt statt der Stunden, rechnet einen Prozess, der nie eng wird, und wundert sich dann über den ersten Arbeitstag ohne Laptop.

02Anpassen

Die sechs Zahlen, die Sie ersetzen

Alles andere kann stehen bleiben. Wer mehr anpasst, verbessert das Ergebnis nicht, er verlängert nur den Termin.

  1. Eintritte pro Arbeitstag. Eintritte des letzten Jahres ÷ Arbeitstage. Steht in der Personalabteilung; bei kleinen Häusern reicht die Zahl der neuen Personalnummern.
  2. Spitzenfaktor. Einstellungen kommen in Wellen. Ausbildungsbeginn, Quartalsstart, ein neues Team. Wie viele Eintritte fallen im stärksten Monat auf einen einzigen Tag, verglichen mit einem normalen? Faktor 1,4 bis 2 ist üblich. Ohne diesen Wert rechnen Sie einen Prozess, der nie unter Last steht, und übersehen genau die Woche, in der der Prozess reisst.
  3. Stunden, die die IT dem Onboarding gibt. Nicht die Kopfzahl der IT. Die entscheidende Grösse ist der Anteil des Tages, den jemand tatsächlich für Einrichtungen hat, wenn nebenbei der Betrieb läuft, meist zwei bis vier Stunden.
  4. Bearbeitungsspanne der IT-Einrichtung. Unteres und oberes Ende, nicht der Mittelwert. Der Unterschied zwischen „Standardarbeitsplatz“ und „Sonderfall mit drei Fachanwendungen“ ist genau diese Spanne, und sie treibt die Wartezeit stärker als der Mittelwert.
  5. Einarbeitungspläne pro Tag. Wie viele schreibt eine Teamleitung an einem Tag, wenn welche anstehen? In der Vorlage sind es 1,8, und damit ist dieser Schritt der zweite Engpass, in 13 % der Läufe. Er wird fast nie gemessen.
  6. Vollkostensätze je Rolle. Bruttogehalt × 1,5 bis 1,8, geteilt durch rund 1 500 produktive Stunden im Jahr. Eine 50 000-Euro-Stelle kostet damit rund 53 € je Stunde, nicht die naiven 24 € aus Gehalt ÷ 2 080 Stunden.

Gegenprobe, bevor Sie rechnen: Zählen Sie die Eintritte der letzten zwölf Wochen, bei denen am ersten Arbeitstag etwas fehlte. Liegt der Anteil in der Nähe der Tage über Kapazität, die das Modell ausweist, ist das Modell brauchbar.

Was die Vorlage nicht enthält, und hier wiegt es am schwersten. Die Durchlaufzeit ist Bearbeitung plus Warteschlange in Arbeitstagen. Kalenderketten sind nicht modelliert: der Rücklauf des unterschriebenen Vertrags, die Lieferzeit des Notebooks, der Termin der Sicherheitsunterweisung. In der Praxis machen sie beim Onboarding oft den grösseren Teil der Zeit aus. Wer sie hat, trägt sie als eigene Warteschritte ein; das Modell rechnet dann die Wochen, die der neue Kollege tatsächlich erlebt, und nicht nur die Arbeit, die dahintersteckt.

03Massnahmen

Vier Hebel, einzeln gerechnet

Immer nur einen Hebel je Lauf ändern. Drei gleichzeitig ergeben eine Zahl, die niemand einem einzelnen Hebel zuordnen kann, und damit keinen Business Case. Die folgenden vier Läufe sind mit derselben Vorlage gerechnet, jeweils mit genau einer geänderten Eingabe.

HebelDurchlaufzeit P90Last IT am SpitzentagArbeitszeit je EintrittNeuer wahrscheinlichster Engpass
Ist-Stand der Vorlage9,6 Tage134 %243 €IT-Zugänge (86 %)
1 IT gibt 3,5 statt 2,5 Stunden2,7 Tage96 %243 €Einarbeitungsplan (51 %)
2 Standard-Image (75–150 → 40–80 min)1,0 Tage71 %188 €Einarbeitungsplan (84 %)
3 Zweite Person in der IT (1 → 1,5)2,3 Tage89 %243 €Einarbeitungsplan (60 %)
4 Einarbeitungsplan als Vorlage (Takt 1,8 → 3)9,4 Tage134 %243 €IT-Zugänge (97 %)

Hebel 1. Mehr IT-Zeit für das Onboarding. Eine Stunde mehr am Tag, verabredet statt erhofft. Der P90 der Durchlaufzeit fällt von 9,6 auf 2,7 Arbeitstage, die Auslastung am Spitzentag von 134 % auf 96 %. Kostet keine Stelle, sondern eine Absprache, und ist damit der Hebel mit dem besten Verhältnis, solange die Stunde tatsächlich freigehalten wird.

Hebel 2. Standard-Image statt Einzelanfertigung. Ein vorbereitetes Abbild für die drei häufigsten Rollen. Die Einrichtung fällt von 75–150 auf 40–80 Minuten. Wirkung: P90 von 9,6 auf 1,0 Arbeitstage, Auslastung am Spitzentag von 134 % auf 71 %, Arbeitszeit je Eintritt von 243 € auf 188 €. Der einzige Hebel, der Zeit und Geld bewegt, weil er an der Bearbeitungsdauer ansetzt und nicht an der Kapazität.

Hebel 3. Zweite Person in der IT. Der teuerste Hebel und im Ergebnis schwächer als Hebel 2. Wer ihn trotzdem rechnet, sieht warum: Eine zweite halbe Kraft verdoppelt die Kapazität eines Schritts, dessen Arbeit unverändert 110 Minuten dauert. Kürzere Arbeit schlägt mehr Hände.

Hebel 4. Den Einarbeitungsplan beschleunigen. Der Null-Befund. Der Einarbeitungsplan ist mit 87 % am Spitzentag der zweitknappste Schritt und in 13 % der Läufe der Engpass; seinen Takt fast zu verdoppeln bringt 0,2 Tage. Denn solange die IT bindet, kommt bei der Teamleitung gar nicht genug an. Ein Hebel am zweiten Engpass ist kein halber Erfolg, sondern keiner.

Bemerkenswert ist die andere Richtung: In drei von vier Hebeln wandert der Engpass zum Einarbeitungsplan, zu einer Teamleitung, die heute niemand für den Grund hält. Genau diese Folgewirkung ist der Teil, den eine Tabelle nicht zeigt, weil sie jeden Schritt für sich rechnet.

Wie aus 20 000 Läufen eine Prozentzahl je Schritt wird, steht im Artikel Monte-Carlo-Simulation für Prozesse; warum die Spreizung zwischen P50 und P90 die eigentliche Aussage ist, in P10, P50, P90 verstehen.

04Ergebnis

Was am Ende auf dem Papier steht

Nach Ist-Stand sichern, einem geänderten Hebel und einem zweiten Lauf gibt der Vergleich aus:

  • Durchlaufzeit vorher/nachher als P50 und P90. Die Zusage an die Fachbereiche wird gegen das P90 gegeben, nicht gegen den Median. Wer „am ersten Tag ist alles da“ verspricht, weil der Median 1,3 Tage sagt, verspricht etwas, das an jedem zehnten Eintritt nicht hält.
  • Auslastung je Schritt am Spitzentag und der neue Engpass nach der Massnahme. In diesem Modell wandert er in drei von vier Hebeln zum Einarbeitungsplan.
  • Durchsatz als Eintritte je Woche gegen die ankommenden: 4,9 von 5,3 im Ist-Stand.
  • Arbeitszeitkosten je Eintritt und im Jahr, aus Mengen, Zeiten und Vollkostensätzen. Die Vorlage rechnet mit rund 243 € je Eintritt, davon 477 Stunden im Jahr in der IT.
  • Die Annahmenliste mit jeder geschätzten Eingabe. Der Satz „Lieferzeit der Hardware ist nicht modelliert“ nimmt der schärfsten Rückfrage die Spitze, bevor sie gestellt wird.

Ausgegeben wird das als zwei PDF: Angebot für den Entscheider, Dokumentation für die Nachvollziehbarkeit, mit Ihrem Briefkopf, wenn Sie einen hinterlegt haben.

Dieselbe Vorlage, zwei Fragen. Diese Seite beantwortet die Rechenfrage: woher die 86 % kommen und wohin der Engpass wandert, wenn man ihn löst. Die andere Frage (was würde man empfehlen, und was kostet eine unproduktive erste Woche) gehört zur Methode und nicht zum Werkzeug. Sie steht drüben im Analysen-Archiv von Flowrefy, zusammen mit dem Vorgehen, aus dem diese Vorlagen entstanden sind. Ein Datensatz, zwei Fragen, zwei Publika.

05Weitere

Die anderen Vorlagen

Sechs Modelle liegen bei. Alle nach demselben Muster: Struktur fertig, Zahlen typisch, sechs Werte anzupassen, genau ein klarer Engpass.

  • Die Auftragsabwicklung läuft von der Bestellung bis zur Auftragsbestätigung. Der Fall mit einer geteilten Rolle: zwei Schritte, die einzeln bequem aussehen, sind der Nachmittag derselben Person.
  • Der Angebotsprozess ist der Fall, in dem Durchlaufzeit auf Umsatz wirkt statt auf Kosten.
  • Die Rechnungsfreigabe ist der Volatilitätsfall: im Mittel unter der Kapazität, am Monatsende darüber.
  • Bei der Reklamation sitzt der Engpass ausserhalb des Hauses, und die ehrliche Empfehlung lautet deshalb nicht „automatisieren“.
  • Das Mitarbeiter-Onboarding ist diese Seite.
  • Das IT-Ticket zeigt klassisches Warteschlangenverhalten mit Verzweigung: 65 % sofort gelöst, 35 % ins zweite Level.

Jede Vorlage öffnet sich im Willkommensfenster über Vorlagen ansehen. Beim ersten Mal lohnt es sich, eine zu öffnen, bevor Sie ein eigenes Modell beginnen. Man baut sonst zu fein.

Auf einen Blick
Enthalten in
FlowVisual für macOS 13+ und Windows 10/11, im Willkommensfenster unter „Vorlagen ansehen“
Umfang
4 Schritte, Ankunft mit Streuung und Spitzenfaktor, Kapazitäten, Bearbeitungsspannen, Rollen, Systeme, Kostensätze, Ausfallannahmen je Schritt
Anzupassen
Eintritte/Tag, Spitzenfaktor, IT-Stunden fürs Onboarding, Spanne der IT-Einrichtung, Einarbeitungspläne/Tag, Stundensätze
Gerechnet mit
20 000 Läufen, Seed 42. Die App rechnet voreingestellt 400. Der Median steht dann gleich, der P90 wandert um einige Prozent
Typische Aussage
Engpass bei den IT-Zugängen (86 %); kürzere Einrichtung schlägt mehr Hände
Herkunft der Zahlen
Beispielmodell, keine Kundendaten. In der Vorlage als solches gekennzeichnet

Häufige Fragen

Bei einem Eintritt am Tag kann doch nichts eng werden?

Doch, und die Vorlage rechnet es vor. Die IT hat für Onboarding zweieinhalb Stunden am Tag, eine Einrichtung dauert im Mittel 110 Minuten. Das sind 1,3 Vorgänge Kapazität gegen 1,05 ankommende, genug im Mittel. Weil Einstellungen in Wellen kommen, liegt die Nachfrage an 28 % der Tage trotzdem über der Kapazität, und der Rückstau verschiebt sich in die Folgetage. Kapazität ist nicht Anwesenheit.

Sind die Zahlen der Vorlage echte Kundendaten?

Nein. Es sind Beispielwerte, die typischen Grössenordnungen eines Dienstleisters entsprechen, und sie sind in der Vorlage als solche gekennzeichnet. Sie dienen dazu, dass ein Modell sofort läuft. Ersetzt werden sollten sie durch die eigenen sechs Zahlen.

Warum stimmt die gerechnete Durchlaufzeit nicht mit unseren Erfahrungswerten überein?

Weil beim Onboarding der grössere Teil der Zeit oft gar keine Arbeit ist. Das Modell rechnet Bearbeitung plus Warteschlange; Kalenderketten wie der Rücklauf des unterschriebenen Vertrags, die Lieferzeit des Notebooks oder der nächste Termin der Sicherheitsunterweisung sind in der Vorlage nicht enthalten. Tragen Sie sie als eigene Warteschritte ein. Das Modell rechnet dann die Wochen, die der neue Kollege erlebt, statt nur die Stunden, die dahinterstecken.

Was heisst „Engpasswahrscheinlichkeit 86 %“ genau?

Es heisst: In 86 von 100 simulierten Tagen ist das Einrichten der IT-Zugänge derjenige Schritt mit der höchsten Auslastung, der also den Durchsatz des ganzen Prozesses begrenzt. Je Lauf wird genau ein bindender Schritt gezählt, deshalb summieren sich die Werte aller vier Schritte auf 100 %. Die Auslastung selbst ist eine zweite Zahl: im Mittel 86 %, am starken Tag 134 %.

Sollten wir eine zweite Person in der IT einplanen?

Rechnen Sie es durch, bevor Sie es beantragen. Im Modell bringt eine halbe zusätzliche Kraft den P90 der Durchlaufzeit von 9,6 auf 2,3 Arbeitstage. Ein vorbereitetes Standard-Image bringt ihn auf 1,0 und senkt zusätzlich die Arbeitszeit je Eintritt von 243 auf 188 Euro. Kürzere Arbeit schlägt mehr Hände, weil sie an der Bearbeitungsdauer ansetzt statt an der Kapazität. Das ist kein allgemeines Gesetz, aber es ist das Ergebnis dieses Modells, und Ihres rechnen Sie in zwanzig Minuten nach.

Brauche ich die Vorlage überhaupt, oder kann ich direkt anfangen?

Sie können direkt anfangen. Erfahrungsgemäss baut man das erste eigene Modell allerdings zu fein (dreissig Schritte statt vier), und die zusätzliche Feinheit kostet Eingabezeit, ohne den Engpass zu verschieben. Dreissig Sekunden in einer fertigen Vorlage ersparen das.

FlowVisual

Vorlage öffnen und Ihre sechs Zahlen eintragen

FlowVisual laden, im Willkommensfenster „Vorlagen ansehen“ wählen, Mitarbeiter-Onboarding öffnen. Modellieren und Stresstesten kosten nichts.

Anleitung: in sieben Schritten zur Zahl